Fahrt über den Teide in den Süden

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Ein bisschen ist die Fahrt vom Norden in den Süden schon her. Dennoch möchte ich gern darüber berichten, denn was wir bei der Fahrt über den Teide erlebten war wirklich grandios. Wir durchfuhren glaube ich 4 Klimazonen (oder waren es 5?) und die Aussicht raubte uns so manches Mal den Atem.Doch von vorne: wir übergaben die Schlüssel zu unserem Häusele um 10 Uhr an den total netten Besitzer und fuhren auf der Route zum Teide Richtung Puerto de la Cruz.

Unser erster Halt war das Weinmuseum „Casa del Vino“ in El Sauzal. Auf Teneriffa wird wie bereits erwähnt in verschiedenen Regionen Rot-, Rosé- und Weißwein angebaut. Die Casa del Vino ist ein Museum, welches über den Anbau von Wein, die globalen Handlungsbeziehungen von Teneriffa und der Historie des Weinbaus auf Teneriffa berichtet. Das ganze Museum ist in einer total schön hergerichteten Finka untergebracht, die früher vorrangig für den Weinanbau und der Unterkunft der Winzer-Familie diente. Im Innenhof ist außerdem eine alte Weinpresse ausgestellt und im Gebäude kann man in der ehemaligen Kapelle die kunstvoll verzierte Holzdecke betrachten.

Von dort aus fuhren wir noch weiter in den Ort hinein (das Museum befindet sich am Ortseingang). Von dem süßen Ort, der schon sehr viel mehr touristischer aussah als im Norden, hat man aufgrund der hohen Lage einen tollen Überblick über die Region. Weiter fuhren wir auf der Autobahn Richtung Teide. Auf dem Weg machten wir noch einen kurzen Halt in La Orotava, einer sehr süßen Stadt, mit einer niedlichen Altstadt am Fuße des Teides. Besonders schön waren dort die alten Häuser der Casa de los Balcones und Casa del Turista. Beide sind innen mit einem kitschigen Souvenir- und Kunstladen ausgestattet. Von außen waren die Häuser aber wirklich toll anzusehen. Vom Jardin Victoria hatte man außerdem einen hervorragenden Blick bis hinunter zum Meer nach Puerto de la Cruz. Zum Teide hoch konnte man leider nicht sehen uns es zogen immer mehr dichte graue Regenwolken auf. Nichts desto trotz machten wir uns auf den Weg und hofften, dass das Wetter sich oben vielleicht anders verhielt.

Auf der Fahrt hoch zum Teide begrüßte uns schon bald eine dichte Nebel- und Regenschicht. Der Teide wird aufgrund seiner Höhe von knapp 3700m ü.M. häufig von Passatwolken umhüllt. Als wir schließlich durch die dichte Nebelschicht durch waren, begrüßte uns ein atemberaubender Anblick. Sofort erwärmte sich die Außentemperatur von zuvor 4 Grad Celsius auf 12,5 Grad Celsius. Wir machten einen kurzen Zwischenstop, holten die Sonnenbrillen und die Sonnencreme raus und stellten zum Erstaunen fest, dass die Spanier/Kanaren alle erdenklichen Geräte nutzten, um darauf die kleinen Schneehügel herunter zu rodeln. So nutzen sie zum Beispiel Bodyboards und Sonnenschutzabdeckungen für Autos. So putzig!

Zunächst prägte den Straßenrand noch ein dichter Lorbeerwald. Dieser lichtete sich immer mehr, aus Bäumen wurden Sträucher bis schließlich keine Bäume mehr zu sehen waren. Die entstehende Mondlandschaft war zunächst noch von Schnee bedeckt, dieser wurde aber auch immer weniger je weiter wir über den Kamm fuhren. Neben uns über allem thronte der Teide, der an unserer höchsten Stelle noch einmal circa 1300m höher war als unser Aufenthaltspunkt. Etwas zu spät kamen wir an der Seilbahn, die auf den Teide hochfährt an. Zuvor hatten wir überlegt, ob wir hoch fahren wollten und waren zu dem Zeitpunkt an dem Standpunkt angekommen, dass wir es machen wollten. Leider fuhr dann die Bahn nicht mehr. Naja, Pech gehabt!

Wir machten also bei der nächsten „Sehenswürdigkeit“ Halt und wanderten bei den Los Roques del Garcia, bizarr aus der Vulkanlandschaft herausragenden Felsen entlang. Der Ausblick war wieder atemberaubend. Die Landschaft wich wirklich von allen vorstellbaren Landschaften ab und war einfach umwerfend anzusehen. Ihr merkt, dass mir die Adjektive langsam ausgehen, um diesen Tag zu beschreiben und genau das ist der richtige Eindruck von diesem Ort.

Bei der Abfahrt Richtung Süden hatten wir sogar einen Blick bis ganz ans Meer. Anders als bei der Auffahrt aus dem Norden war hier keine Spur von Nebel und die Sonne begrüßte uns. Von ihr begleitet wurden wir bis ans Meer herunter, wo wir pünktlich zum Sonnenuntergang ankamen. Unser Ziel war Miraverde, ein Stadtteil der Stadt Adeje. Adele als Nachbarstadt der wohl am meisten touristisch geprägten Stadt Los Christianos ist noch etwas ruhiger, weshalb unsere Ortswahl auf diese Stadt fiel. Dort haben wir über Airbnb dieses süße Häuschen und mit Claire eine tolle Gastgeberin gefunden.

Das kleine aber feine Apartment hat einen tollen großen Balkon mit Ausblick auf das Meer, für den Tobi bei der Buchung auch direkt nach einem Grill gefragt hatte (das stand so in der Anzeige). Für die nächsten Abende waren wir also bestens gerüstet. Nach einem kurzen Abstecher zum schwarzen Vulkanstrand ließen wir den Abend bei einem in der Casa del Vino gekauften Roséwein ausklingen.

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