Von Camping Freuden, Regen und Sonne im Mix und Wandertouren im Bryce Canyon

Vom Zion NP fährt man circa 2 Stunden zum Bryce Canyon. Dabei kommt man an verschiedenen Fels Plateaus sowie kurz vor Bryce an den pittoresken Felsformationen des Red Canyon National Forest vorbei. Auf dem Weg versuchten wir durch mehrere Stopps an Tankstellen und kleinen Shops eine neue Gas-Kartusche zu kaufen. Nach mehreren erfolglosen Stopps bekamen wir letztlich zwei Kartuschen an einem Campingplatz-Lädchen geschenkt, da ein vorheriger Camper sie dagelassen hatte.

Nun ging es über das Städtchen Bryce hinein rein in den Bryce Canyon Nationalpark. Hier empfingen uns etwas kältere Temperaturen. Bereits auf der Fahrt fiel die Temperatur unterbrochen durch ein paar Regengüsse bei bewölktem Himmel auf um die 15-20 Grad Celsius. Auf der Suche nach einem Campground Platz wurden wir beim Sunset Campground fündig und ergatterten den vorletzten Platz. Der Campground ist mitten in einem Pinienwald wunderschön gelegen und es gab auch wieder fließendes und sogar warmes Wasser. Unser Platz hatte zudem eine Feuer- & Grillstelle sowie eine Picknick-Kombination aus Tisch und Bank. Kurzerhand fuhren wir nochmal zum Kiosk außerhalb des Parks, um hier ein paar Würstchen für den Grill einzukaufen. Abends grillten wir dann am Campingplatz und hatten ein famoses Mahl mit Whiskey von unserem Nachbarn, der wie viele andere Amerikaner, die man hier auf den Campingplätzen bei der amerikanischen Armee in Deutschland, Bayern, stationiert war. Nachts erfroren wir zum Glück aufgrund unserer neuen Schlafsäcke auch bei 4 Grad Celsius nicht.

Am nächsten Tag machten wir uns zu der für uns bisher längsten Wanderung hier in den USA auf. Der “Ultimate Hike” ist eine Kombination aus verschiedenen Wanderwegen (Navajo Loop, Queen’s Garden und Peek-a-boo Loop) und hat eine Länge von 10,4 km, die uns mitten durch die Schlucht führte. Wir ließen das Auto stehen und fuhren mit dem Shuttle zum Sunset Point Aussichtspunkt. Entlang des Plateaus gibt es 14 Aussichtspunkte, von denen man schon eine super Sicht in den Canyon und sein Amphitheater hat. Dort angekommen hatte gerade eine kostenfreie Ranger Tour begonnen, in der Informationen zur geologischen Entstehung des Bryce Canyon NP gegeben wurden. Wir lernten, dass der Bryce Canyon eigentlich gar kein Canyon ist, da er bei der Verschiebung des Colorado Plateaus vor Millionen von Jahren nicht etwa wie die Definition eines Canyon es hergibt durch einen Fluss, sondern durch das Abfließen eines riesengroßen Sees zur Eiszeit entstanden ist. Seitdem hat Erosion ihn weiterhin verändert. Jedes Jahr verschiebt der Canyon sich weiter, so dass einige der Hoodoos, der bizarren Steinsäulen, Zinnen und Türmchen sich verschieben und sogar abstürzen.

Bei unser Wanderung in das Plateau hinein hatten wir wunderbare Aussichten auf die riesengroßen Kieferbäume und Hoodoos mit Türmchen, Fenstern und Bögen, die man in der mächtigen Felswand vorfand. Außerdem sahen wir wundersame Vögel und das ein oder andere Streifenhörnchen, die man hier übrigens nicht füttern sollte. Zwischendurch wurden wir einmal kurz nass und ich hatte um ehrlich zu sein etwas Panik als wir ein Gewitter über uns hörten. Aber wir ihr lesen könnt: es ist alles gut gegangen. Nach circa 3 Stunden hatten wir es geschafft und waren wieder oben angekommen. Die Wanderung hat uns super gut gefallen, da man hier den Canyon wirklich aus seinem Tal heraus erkunden und so die Größe der Felsformationen noch besser erleben konnte. Anschließend fuhren wir mit dem Shuttle noch zum Visitor Center, wo wir weitere interessante Dinge über das Plateau lernten. Was ich vor allem sehr imposant empfand, war eine Gegenüberstellung der Einflüsse von Licht in Städten und Ortschaften auf die Sicht in den Sternenhimmel. Über dem Bryce Canyon NP kann man aufgrund weniger Lampen und geringer Luftverschmutzung bei wolkenlosem Himmel über 10.000 Sterne und manchmal sogar die Milchstraße sehen. Die Ausstellung zeigte was schon eine einzige Lampe in der Straße oder vor dem Haus, die die ganze Nacht brennt, an der Sicht verändert. Leider hatten wir an unseren bewölkten, leicht regnerischen Tagen nicht eine solche Sicht. Dennoch sehr beeindruckend. Am nächsten Tag ging es für uns dann nach einer Dusche beim General Store weiter in Richtung Lake Powell.

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