Camping-Abenteuer im Joshua Tree Nationalpark

Am nächsten Tag ging es für uns von San Diego zum Joshua Tree Nationalpark. Nach einem kleinen Einkauf zum Auffüllen der Essenvorräte für die Wüste  ging es direkt in die Berge. Die Strecke zum Joshua Tree Nationalpark führte uns durch die Anza-Borrego Wüste. Die Landschaft wurde immer karger, vereinzelt war am Straßenrand die ein oder andere Ranch zu sehen. Durch Julian, ein auf Wild West getrimmtes künstliches Dörfchen, fuhren wir nur durch. Die Touristenmassen schreckten uns hier doch eher ab.In der Wüste trafen wir auf bizarre Felsformationen und Canyon. Die Temperaturen stiegen immer mehr, jetzt waren sie bereits bei 40 Grad Celsius angekommen. Nach einem kleinen Abstecher zum Salton Sea Like fuhren wir den letzten Teil der Fahrt durch den Box Canyon auf den Joshua Tree Nationalpark zu. Der Salton Sea Lake ist ein See, der durch einen Staudamm-Bruch entstanden ist und bei dem der Salzgehalt seit einigen Jahren so hoch ist, dass er zur Bewässerung und zum Baden nicht mehr geeinigt ist. Der See stinkt regelrecht nach Salz.

Hier ein paar Eindrücke von den Landschaften auf der Fahrt:

Bis wir im Joshua Tree Nationalpark ankamen:

Der Joshua Tree Nationalpark ist nach dem dort wachsenden oft bizarr aussehenden Baum Joshua Tree benannt. Neben den Joshua Trees prägen vor allem die riesigen rund geschliffenen Granitfelsen und unterschiedlichste Kakteen und Büsche die Landschaft. Besonders beeindruckt hat mich hier der Teddy Bear Cholla Kaktus (siehe links), der in Massen im Park wächst. Der Nationalpark liegt zu Teilen in der Colorado Wüste, zu Teilen in der Mojave Wüste. Letztere ist eine der heißesten Wüsten der Welt. Im Nationalpark wurde einst mehr oder weniger erfolgreich Gold geschürft. Man findet daher die ein oder andere Mine und Mühlen im Park. Eine Menge an Wanderwegen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden führt zu diesen ehemaligen Werkstätten sowie auf die umliegenden Berge wie beispielsweise den Ryan Mountain. Auch alte verrostete Autos findet man hier vereinzelt entlang der Wanderwege.

Übrigens der Name Joshua Tree führt vermutlich darauf zurück, dass die Mormonen auf ihrer Wanderung im 19. Jh. in der Mojave-Wüste die bis zu 12m hohen Yucca-Palmen mit ihren gen Himmel gerichteten Blättern vorfanden und diese sie an den Propheten Josua erinnerten, der seinem Volk laut Bibel mit weit ausholender Geste den Weg durch die Wüste wies.

Im Park gibt es mehrere staatliche Camping-Plätze, die man zum Teil vorher reservieren kann. Im inneren Teil des Nationalparks sind dreiCampingplätze laut verschiedener Informationen zu empfehlen (siehe hier): Belle, White Tank und Jumbo Rocks. Auf letzterem kann man online Plätze reservieren. Das hatten wir für 15$/Nacht gemacht. Für die Nähe zu den Wanderwegen muss man hier auf allerlei Annehmlichkeiten wie fließend Wasser, normale Toiletten, Strom und Duschen verzichten. Stattdessen hat man eine wunderschöne Landschaft direkt vor der Tür, man findet Plumpsklos, Feuerstellen, einen Grill und eine Picknickbank mit Tisch auf jedem Stellplatz. 

Wir sind ja bereits Auto-Camping erprobt und haben ein paar Dinge aus unserem Bulli mitgebracht, so dass das Übernachten im Auto für uns kein Problem war. Eine tolle Erfahrung, wir würden es jedem empfehlen. Interessant sind hier die unterschiedlichen Arten von Camping. Die einen schlafen im Zelt, die anderen im Auto, die nächsten in einem riesig großen Wohnmobil, das sogar noch ausziehbar ist und in dem die Klima-Anlage eigentlich die ganze Zeit läuft. Auch einen Porsche haben wir über den Campingplatz flitzen sehen. Camping hat in den USA offenbar einen anderen Status.

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