Tag 7 & 8 am Tangalle Beach: Strand, Sonne & eine wunderbare Guesthouse Familie

Nach der Safari fuhren wir am gleichen Tag noch weiter zu unserem ersten Strand-Stopp! Dazu fuhren wir mit einem Bus von Tissa aus für 200 Rupien (circa 1,28€)  + 50 Rupien Gepäck (circa 32 Cent) für uns beide von Tissa nach Tangelle. Die Fahrt dauerte etwa zwei Stunden im nicht-klimatisierten Bus und wir stiegen bei glühender Hitze am Busbahnhof in Tangalle aus und schnappten uns ein Tuk Tuk für 150 Rupien (circa 96 Cent) zu unserer Unterkunft am Medilla Beach, dem Chandy Gaya Guesthouse, einem kleinen Guesthouse mit vier Zimmern.

Tangalle wurde im Tsunami 2004 stark getroffen. Viele Menschen starben, Häuser wurden zerstört, Familien teilweise komplett ausgelöscht. Dennoch sind die Menschen hier vor Ort fröhlich, sie sind immer neugierig und gerade als blonde Frau wird man schon das eine oder andere Mal mehr gefragt wie es einem geht, woher man kommt und wie man heißt. Aber das ist okay. Anders als in Thailand habe ich nicht das Gefühl, dass diese Menschen mich in irgendeiner Art und Weise bes******* wollen. Ihr wisst was ich meine. Sie sind einfach neugierig und freundlich. 

In Tangalle finden wir einen kilometerlangen, palmengesäumten, wunderschönen Sandstrand vor, der allerdings aufgrund der Winde relativ hohen Wellengang aufweist, so dass das Baden am besten bei den etwas durch Steinaufschichtungen geschützten Bereichen möglich ist.
Generell wissen wir, dass Sri Lankas Süden sehr durch Strömungen und Wellen erfasst ist, weshalb man hier niemals alleine baden sollte. Die Strände werden nicht von Rettungsschwimmern bewacht. Leider ist Ertrinken die dritthäufigste Todesursache von Touristen in Sri Lanka. Vorsicht sei also geboten!

Relaxing
Die Fischer machen sich bereit
Ein Fischer fährt davon
Sonnenuntergang am Medilla Beach

Das Chandy Gaya Guesthouse ist direkt in der ersten Reihe am Meer gelegen und wird nur durch eine kleine Straße davon getrennt. Von unserem Zimmer haben wir sogar Seaview, auch wenn die Palmen die Sicht etwas behindern. Aber wir wollen uns ja nicht über den palmenübersäten Garten beschweren! Die Zimmer sind eher altmodisch typisch sri-lankisch. Die Betten haben ein Moskito-Netz zum Schutz, es gibt keine Klima-Anlage wohl aber einen Ventilator und das Bad ist eher altmodisch kitschig rosa gehalten. Die Zimmer sind also okay, wir wollen uns darin aber ja ohnehin nicht viel aufhalten, sodass etwas weniger Komfort völlig fein ist. Das besondere an der Unterkunft ist ohnehin die Familie, die das Guesthouse betreibt. 

Nene, die Hauskatze vom Guesthouse, und Tobi
Eingang zum Chandy Gaya Guesthouse
Chandy Gaya Fish Restaurant

Die Familie besteht nach unserem Verständnis aus Mutter (Chandy), große Tochter, kleiner Sohn, Vater (der bei der Marine ist und daher oft zwei Monate nicht da), Oma, Opa und Schwester/Schwiegermutter/… Chandy und ihre Mutter betreiben nebenan ein kleines Fisch-Restaurant, wo wir auch unser Frühstück + Abendessen zu uns nahmen. Außerdem betreiben sie das Guesthouse und es kommt immer mal jemand aus der Familie, wie zum Beispiel ihr Onkel, zu Besuch. Der Opa fährt Tuk Tuk. Die Tochter geht zur Schule (so nehmen wir an) und unterstützt sonst im Guesthouse. Der kleine Junge geht noch nicht zur Schule, er ist wirklich zuckersüß und hat an Tobi einen Narren gefressen. Tobi hat ihm schon gezeigt wie man einen Laptop bedient, wie man mit der Kamera Fotos macht und immer wenn wir im Restaurant sitzen kommt er ganz neugierig zu uns und fragt uns verschiedene Sachen oder holt seine Puppe oder sein Spielzeug-Auto und spielt damit vor unseren Augen. Einfach nur zuckersüß! 

Das Highlight war die oben beschriebene Laptop-Zeig-Aktion. Der kleine Junge wusste einfach nicht was ein Bildschirm ohne Touch-Screen ist und musste kurz lernen wie man ein Maus-Pad bedient. Zwischendurch vergaß er aber immer mal wieder, dass der Bildschirm kein Touch hat. Wir schauten uns zusammen unsere Bilder an und er sagte uns die englischen Begriffe für die Tiere aus dem Yala Nationalpark. Ich zeigte Chandy außerdem ein Bild vom verschneiten Dresden. Sie war sofort Feuer und Flamme von der Ansicht des Schnees und erzählte uns, dass sie so gern mal Schnee anfassen würde. Dann fragte sie uns wie sich Schnee anfässt, ob es kalt ist und wie es entsteht. Außerdem erzählte sie uns, dass sie so gern mal fliegen würde und dass wir so glücklich sein können, dass wir reisen können, weil wir reich sind. Sie sagte aber auch, dass sie glaubt, dass es ihnen in Sri Lanka gut geht und dass es ja auch noch Länder gibt, wo es sehr viel mehr Menschen gibt wie zum Beispiel Indien. Das Gespräch zeigte mir mal wieder wie glücklich wir uns schätzen können, dass wir reisen und die Welt entdecken können, denn in anderen Ländern geht es den Menschen weitaus schlechter als bei uns. 

Tobi zeigt wie eine Spiegelreflexkamera funktioniert
Tobi zeigt Fotos am MacBook

Am nächsten Tag erlebten wir noch viele andere kleine Erlebnisse mit der Familie wie zum Beispiel das gemeinsame Nägel lackieren mit meinen mitgebrachten Nagellacken, die mitgebrachte Mango vom Markt, die sie mir über die Straße hinweg zuwarf und mir dann ein Messer gab, damit ich sie auch schälen konnte und der kleine Junge wie er mit seinem Auto spielte und immer wieder zu uns rüber sah und uns etwas erzählte.  

Ansonsten beschränkten unsere Unternehmungen in Tangalle sich darauf auszuschlafen, typisch sri-lankisch zu frühstücken (Hoppers, String Hoppers, Kokusnuss-Sambal & Dhal-Curry, Tee) und dann den Tag am Strand oder wahlweise aufgrund der sehr heißen Temperaturen während der Mittagszeit im Zimmer/auf dem Balkon lesend oder Musik hörend zu verbringen. Nach den vielen Unternehmungen brauchten wir einfach mal Me-Time und die kann man sich am Meer doch sehr gut nehmen. 

Sri-Lankisches Frühstück: Hoppers, Egg Hoppers, String Hoppers, Coconut Sambal, Dhal-Curry
Abendspaziergang am Meer