Tag 6: Leopard, Elefant & Co. Wir gehen auf Safari im Yala Nationalpark

Tissa als Station auf unserer Reise haben wir insbesondere wegen der exzellenten Lage als Ausgangspunkt für Safaris im Yala Nationalpark gewählt. Dies ist das wohl bekannteste und älteste Naturschutzgebiet auf Sri Lanka. Um möglichst zeitig am Eingangstor des Nationalparks zu sein sind wir bereits 4:30 Uhr mit dem Jeep und unseren Führer aufgebrochen.

Danach waren wir ungefähr 45 Minuten unterwegs und haben die weiteren Mitfahrer bei den Hotels eingesammelt, wir waren zuerst dran. So ein Safarijeep ist quasi ein normaler Pickup, bei dem auf die Ladefläche mehrere Sitze sowie ein Dach montiert wurden. Maximal passen da 7 Leute drauf. Am Eingangstor angekommen, es war kurz nach 5 Uhr, warteten bereits zahlreiche Fahrzeuge auf den Einlass, geschätzt 50 Stück. Unser Fahrer meinte, dass im Laufe des Tages um die 200 Jeeps im Park unterwegs sind. Unsere Tickets hatten die Nr. 8, sodass wir an langen Schlangen vorbei nach vorne fahren konnten. Der Einlass erfolgt zur Öffnungszeit, ab 6 Uhr öffnet sich das Tor, auch streng nach Nummern sortiert.

Morgenstimmung im Yala Nationalpark

Am Morgen geht es in der Regel darum möglichst schnell bei den Stellen zu sein, wo sich möglicherweise Leoparden aufhalten. Diese ziehen sich recht schnell zurück und sind daher am Tage nur noch mit viel Glück aufzufinden. Im Park sollen 20 von ihnen leben. Unser Fahrer preschte also los kaum dass er das Tor passieren durfte und eilte zur ersten Location, zog dabei noch an mehreren Jeeps vorbei. In seinem Recommendations-Buch konnten wir schon lesen, dass er wohl der „fastest driver in the universe“ sei. Und tatsächlich hatten wir Glück und konnten einen Leoparden noch kurz aus der Ferne beobachten.

Ein Leopard beim Weglaufen

Im weiteren Verlauf sind wir viele Kilometer durch den Park gefahren, und haben stets hier und da, am Wegesrand und in Wasserlöchern, versteckt hinter Sträuchern und auf Baumwipfeln, verschiedene Tiere entdecken können. Dabei zahlte sich die Erfahrung unseres Guides aus, alleine hätten wir vermutlich kaum mehr als einen Hügel mit Termiten gefunden.

Ein kleiner grüner Smaragdspint, aus der Familie der Bienenfresser
Tanzender, und wild um sich werbender, Blauer Pfau (die sind wirklich überall herumgelaufen)
Ein Rudel Axishirsche, versteckt im Gestrüpp
Ein Bengalenwaran, auf der Flucht vor uns in eine Höhle unter einem Baum. Wenige Sekunden zuvor lag er noch auf der Straße.
Ein Indischer Mungo, der etwas verwirrt über die Straße lief. Diese Kollegen lieben Schlangen zum Frühstück und sind immun gegen ihr Gift.
Ein Buntstorch auf der Jagd.
Hanunman-Languren in den Wipfeln der Bäume.
Büffel beim Chillen im Wasserloch.

Der Park hat nicht nur hinsichtlich Flora und Fauna eine Menge zu bieten, sondern ist auch landschaftlich ein Hochgenuss. Gerade in den Morgenstunden, kurz nach Sonnenaufgang, wird er in ein tolles Licht getaucht. Im Park befindet sich der sogenannte Elefantenfelsen, der fast unbewachsen ist und einen monumentalen Anblick verschafft. Bei einer kurzen Pause gegen Mittag haben wir auch den Strand am Yala Nationalpark kennengelernt: breit, sauber und absolut menschenleer soweit das Auge reicht. Nach einigen Tagen im grünen Bergland Sri Lankas war dies unser erste Kontakt mit Strand. Einmal kurz reinspringen musste sein 🙂

Elefantenfelsen
Der Strand im Yala Nationalpark.

Im Park wohnen auch mehrere Elefantenfamilien. Als wir den ersten zu Gesicht bekommen haben, waren alle noch ganz aufgeregt und haben geknipst was das Zeug hält. Der Dickhäuter versteckte sich im Dickicht und war zunächst kaum sichtbar. Doch dann hat unser Guide einen Tipp erhalten und raste zu einer neuen Stelle, wo sich gleich mehrere Elefanten aufhielten. Dort wurden wir nicht enttäuscht, haben gleich mehrere Elefanten beobachten können, inkl. Babyelefanten. Dabei benutzen sie beispielsweise ihren Rüssel, um ganze Äste zu entlauben. Oder aber sie scharren mit den Füßen das Gras frei, um es danach mit dem Rüssel in den Mund zu stopfen. Kurz vor der Fahrt zum Ausgang haben wir dann erneut Elefanten angetroffen, die gerade die Straße überqueren wollten. Auch hier machte sich die Erfahrung unseres Guides bezahlt, der die anderen bereits dastehenden und den Weg blockierenden Jeeps zurück dirigierte, und den Elefanten damit erst die Möglichkeit bot die Straße auf ihrem Pfad auch überqueren zu können.

Versteckter Elefant im Gebüsch. Alle knipsen!
Ein Asiatischer Elefant bei der Nahrungsaufnahme. Guten Appetit!
Elefantenfamilie mit kleinen Elefanten.
Elefanten beim Überqueren der Straße.

Reflektion:
Wir haben für dieses Abenteuer zu zweit inkl. Eintritt 17.900 Rupien gezahlt (115 Euro). Das war eine Tour mit einer Länge von 6 Stunden, es gibt auch noch 3 Stunden sowie eine Ganztagstour. Das ist, gemessen an anderen Aktivitäten oder an den Kosten fürs Busfahren oder Essen natürlich eine Menge Holz, was auch erklärt dass sich viele Einheimische einen Besuch im Yala Nationalpark nicht leisten können. Ohne Jeep kommt man nicht rein, und allein der Eintritt soll 4.500 Rupien pro Person kosten, liest man. Wir wissen nicht ob es Spezialtouren für Schulen o.ä. gibt, würden es den Menschen aber sehr wünschen. Der Normalpreis ist für normale Familien kaum zu stemmen.
Weiterhin hinterließ die Situation mit den Elefanten bei uns durchaus ein Geschmäckle. Anfangs waren wir noch 3 Fahrzeuge, dann eilten aber immer mehr herbei. Ungefähr 30 Jeeps standen dann vor, neben und hinter uns, teilweise mit laufendem Motor, sodass man kaum noch weiter kam. Ein Parkranger musste die Situation auflösen und den Jeep-Knoten entwirren. Wir vermuten so geht’s hier jeden Tag ab, weil die Fahrer sich untereinander anrufen und natürlich alle die Elefanten sehen wollen. Die Elefanten selber hat es offenbar kaum gestört, sie haben sich weiter gelassen um die Nahrungsaufnahme gekümmert. So richtig cool ist das aber natürlich nicht …

Chaos beim Elefanten-Spot

Wir haben die Entscheidung die Safari unternommen zu haben nicht bereut, wir wissen derzeit aber nicht, ob wir nochmal eine machen werden bei der ähnliche Bedingungen vorliegen.

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