Tag 4: Von tollen Aussichten, kulinarischen Hochgenüßen und neuen, netten Bekanntschaften

Zugaussicht

Strahlender Sonnenschein & blauer Himmel begrüßten uns an diesem Morgen. Unser erste Ziel: Der Bahnhof in Nanu Oya, zu dem wir von unserem äußerst netten Guesthouse mit dem Tuk Tuk fuhren. Die Serpentinen entlang hielten wir das ein oder andere Mal für eine schöne Aussicht auf die Teeplantagen an und kamen schließlich am Bahnhof an.

Pfückerinnen in den Teeplantagen

Dort war die erste Nachricht: 2. Klasse ist ausverkauft, wir haben nur noch Tickets ohne Reservierung für die 3. Klasse. Die nahmen wir dann auch für 60 Rupien pro Person ( ca. 38 Cent), denn groß unterscheiden sich diese beiden Klassen ohnehin nicht. Am Bahngleis war ich direkt etwas schockiert. Wir hatten extra den Güter-Zug um 09:30 Uhr ausgesucht, weil der Passagier-Zug am vorherigen Tag, der gegen 11:45 Uhr in Nuwara Eliya los fährt so rappelvoll war. Das Gleis 2, auf dem der Zug nach Ella hält, war allerdings auch an diesem Tag rappelvoll. Backpacker stapelten sich mit Sri-Lankern, die den Zug nehmen und Personen, die Post (Reissäcke, Pakete, Matratzen) versenden wollten. Ich dachte nur: Hoffentlich bekommen wir einen Platz, denn die vier Stunden lange Zugfahrt wollte ich um ehrlich zu sein nicht so gern stehen. Und dann warteten wir und warteten und warteten…

Als der Zug dann mit einer Verspätung von 1 Stunde einfuhr, ging das Gedrängel los. Die Fenster in der 3. Klasse sind recht groß. Also warf ich einfach meinen Rucksack von draußen auf eine der Sitzbänke. Ein netter Sri-Lanker half mir dabei und Tobi hatte derweil an der Tür gedrängelt und kam auch mit seinem Backpack sehr schnell nach. Auf der gegenüber liegenden Sitzbank nahmen außerdem neben dem netten Sri-Lanker zwei sehr freundliche Hamburger (die Stadt!!) Platz. Sie kletterten einfach durch das Fenster und links neben Tobi saßen und standen dann noch ein Französisch-Deutsches Paar, die in München wohnen. Es wurde eine sehr nette Zugfahrt, in der wir uns mit unseren Sitznachbarn anfreundeten.

Zwei Key Essentials von der Zugfahrt:
1) Zu Beginn eines Sri Lankas Urlaubs kann man sich für umgerechnet nicht einmal 8€ eine sri-lankische SIM-Karte kaufen, mit der man dann in den Guesthouses anrufen kann sowie Mobiles Netz hat. Sehr clever für die weitere Planung.

2) Viele Touristen nehmen sich für die Erkundung des Landesinneren einen Fahrer mit Auto, der umgerechnet circa 55€ pro Tag + 10€ Übernachtungskosten für den Fahrer kostet. Sie verzichten dann auf die öffentlichen Verkehrsmittel und können schneller alles erkunden. Tobi und ich haben bei unserer Planung aufgrund der Wahl der öffentlichen Verkehrsmittel hier und da Abstriche gemacht, damit wir nicht super rumstressen müssen und so fielen beispielsweise Sigirya + Dambulla als Sightseeing Spots raus.

 

Hinduistischer Tempel an den Bahnschienen
Ausblick auf die Felder umher
Aussicht ins Bergland

Die Fahrt war wieder wunderschön und setzte den Eindruck vom Vortag fort. Die Strecke Nuwara Eliya – Ella soll eine der schönsten Bahnstrecken weltweit und die schönste Sri Lankas sein. Zu unserer Strecke Kandy – Nuwara Eliya unterschied sie sich aber nicht sehr. Zunächst waren die schönen Aussichten auf unserer, auf der rechten Seite. Später fuhren wir am Berg und die linke Seite des Zugs hatte super Aussichten. Wir würden also sagen es ist egal wo man hier sitzt. Besonders an dem Güter-Zug war, dass die ersten vier Waggons Tanks waren und dann erst vier Passagier-Waggons kamen. An den Stationen zwischendurch konnte man dann die Sri-Lanker dabei beobachten wie sie Reis und andere Getreidesäcke, Pakete und sogar Matratzen ausluden!

Vorn die Güterwaggons – hinten Passagiere
Stopp an einer Station
Bahnverkäufer

Ella, ein kleines Dorf im Hochgebirge Sri Lankas, liegt inmitten von tollen Aussichten, Berghügeln, Wasserfällen und Teeplantagen. Ella ist von den Backpackern bevölkert, dementsprechend gibt es hier auch viele Lokale, die Alkohol ausschenken und westliches Essen verkaufen. Die beiden netten Hamburger fragten uns, ob wir sie in ihrem Auto mit Fahrer zum Little Adams Peak begleiten wollten. Wir stimmten gerne zu und so unternahmen wir die Erkundungen in Ella dann zu viert, nachdem wir nach einiger Suche unser Gepäck in unserem Guesthouse abgegeben hatten und uns im Matey Hut zum Essen trafen. Das Matey Hut ist ein wunderbares kleines, sri lankisches Restaurant mit 14 Sitzplätzen, in dem man den Köchen teilweise beim Kochen zuschauen kann. Es gab für uns dort auf Empfehlung Paratha, das ist ein säuerliches Fladenbrot, dessen Ursprung in Indien liegt und welches wahlweise gefüllt oder mit Currys, Chutney, Butter serviert wird. Außerdem hatten wir ein Curry aus Ochra, Auberginen, Kokusnuss Chutney und Mango. Und oh mein Gott: Es war so so so lecker!

Curry und Paratha im Matey Hut in Ella

Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Little Adams Peak, auf das wir circa 20 Minuten hochliefen und dann oben drei Gipfel erkundeten. Wir nutzten die Zeit für viele schöne Fotos und einer der oben liegenden Hunde begleitete uns fast bis ins Tal. Die Aussicht war einfach wunderbar und man konnte auch auf den größeren Berg, den Ella Rock, schauen. Insgesamt waren wir circa 1,5 Stunden unterwegs.

Auf dem Adams Peak
Aussicht vom Little Adams Peak
Aussicht vom Little Adams Peak mit uns am unteren Rand
Hund auf dem Little Adams Peak
Wanderer auf dem Adams Peak

Wieder unten angekommen fuhren wir zurück ins Centrum von Ella und setzten uns noch ins Café Gola, das zwar von Preisen her nicht mit denen unserer bisherigen Reise mithalten konnte, aber die Cocktails und Säfte sowie die frittierten Cashews mit Curry-Blättern waren großartig!

Die Beleuchtung im Cafe Gola

 

 

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