Tag 2: Exploring Kandy oder „Wie wir auf eine Horde Affen trafen“ und „auf die Suche nach Buddhas Zahn gingen“

Ausblick vom Balkon unseres Guesthouses Kandy Shady Trees Villa

Frisch gestärkt starteten wir an diesem Tag nach unserer langen Anreise am Tage zuvor, siehe hier, mit einem guten Frühstück im Guesthouse in den Tag. Die Aussicht vom Guesthouse war super, vom Balkon konnte man sogar ein wenig vom See „Kandy Lake“ sehen, der in der Mitte Kandys zu finden ist und um den sich Tempelanlagen und Hotels reihen.

Nach einem kurzen Plausch mit unserem Host entschieden wir uns dafür zunächst mit dem Tuk Tuk zum Royal Botanical Garden in einem Vorort von Kandy zu fahren, um dann am Abend eine sri-lankische Tanz-Show und den Tempel am Lake zu besuchen. Passenderweise hat unser Host zwei Tuk Tuks und bot uns an uns zum Botanical Garden, den größten seines gleichen von ganz Asien, zu fahren. So konnten wir uns zunächst den Weg zum Busbahnhof entlang des Sees (circa eine halbe Stunde zu Fuß) für den Nachmittag und die entgegengesetzte Richtung aufsparen.

Tuk Tuk Fahrt zum Botanical Garden

Unsere erste Tuk Tuk Fahrt in Sri Lanka bei Tagesschein war wieder einmal einmalig und mit denen in Thailand absolut zu vergleichen. Es ging also im wilden Überholungsmanöver an Bussen und Rollern vorbei zum Botanical Garden. Dort angekommen kauften wir für 1000 Rupien (Studenten) / 1500 Rupien (Erwachsene) die Tickets und machten uns mit einer Karte des Parks auf den Weg zum Herbal Garden, dem Kräutergarten. Dort wurden wir sogleich von einem netten Inder sprichwörtlich „aufgegabelt“ und er zeigte uns ausgewählte Bäume und Kräuter des Parks wie zum Beispiel die Double Coconut Allee oder die Flughunde und auch nicht zu vergessen den von Georg Kiesinger (Deutscher Bundeskanzler von 1966-1969) gesponsorten Baum, eine Cassia Nodosa. Zufälligerweise war das genau der Baum, dessen Samen wir bereits in Thailand eingesammelt hatten. Natürlich wollte er dann einen Tip für seine Guiding-Künste haben. Schon sehr verrückt diese Welt: da drängt sich einer mit seinen Informationen auf und dann will er dafür Geld haben. Aber nagut: wir hatten so mehr erfahren als wir ohne ihn erfahren hätten und die 100 Rupien taten nun wirklich nicht weh. Dennoch: Gute Masche, denn im Laufe unseres Besuchs fielen uns sehr viele solcher „Guides“ auf, die mit Touristen durch den Park liefen.

Double Coconut Tree – aus dem 18. Jahrhundert
Tobi & der Guide
Flughunde im Baum

Anschließend liefen wir alleine weiter und stießen auf sehr beeindruckende Bäume, die z.T. so große Wurzeln oberhalb der Erde schlugen, dass sie an anderer Stelle einen neuen Baum herausbildeten. Wir hatten uns gerade auf einer Decke für eine kurze Pause niedergelassen, da fielen mir in der Ferne komisch laufende Tiere auf, es waren Affen. Tobi stürmte direkt mit der Kamera los und knipste, was sich als ganze Familie von 20-30 Affen herausstellte. Später kam ein Sri-Lanker mit einem langen Stock über die Wiese und scheuchte die Familie über den Platz bis er zum Glück für die Affen ein Touristen-Paar fand, das er herumführen konnte. Wie wir später herausfanden sind die Affen eine Plage für die Einwohner, da sie klauen, randalieren und Pflanzen kaputt machen. Sie werden deshalb auch gern von den Sri Lankern mit Böllern gejagt. Die Familie spielte jedenfalls total süß miteinander, aber seht selbst.

Kurioser Baum
Affe am Futtern der Beeren aus dem Baum
Baby-Affen am Spielen

Anschließend besuchten wir noch verschiedene Pflanzen-Gewächshäuser wie z.B. das Orchideen-Haus und staunten nicht schlecht über die Vielfalt sowie die toll angelegten Garten-Bereiche im Park.

Schöne Orchidee!

Zurück in die Stadt ging es mit dem lokalen Bus, der erstaunlicherweise nicht sonderlich voll war. Für schlappe 16 Rupien/Person (circa 10 Cent)  kamen wir zurück nach Kandy am Busbahnhof um den Uhrenturm an. Am See entlang liefen wir zurück zum Guesthouse, denn unser Host wollte uns ja gegen 16 Uhr zur Tanzshow fahren. Der See ist schön, zum idyllischen Feeling stört aber die mehrspurige sehr laute Straße, die einmal komplett um den See herum führt und auf der Tuk Tuks, Busse & Autos sich mit ihrem Gehupe abwechseln.

Unser Bus vom Botanical Garden nach Kandy
Der Bus von innen

Die Tanzshow stellte sich als Veranstaltung des roten Kreuzes heraus, die noch einmal 1000 Rupien (circa 6,40€) kostete. Sie ging circa eine Stunde und im mehrsprachigen Programmheft konnte man verfolgen bei welchem Tanz man sich gerade befand. Allerdings war das gar nicht so einfach… Insgesamt: Ein schöner Eindruck, den wir hier bekommen haben. Die Feuer-Show am Ende war allerdings etwas gruselig. Ursprünglich im Innenhof im Programmheft angegeben, sollten wir nun alle vor die Bühne kommen, damit die Feuer-Akrobaten hier ihre Künste zeigen konnten. Das ging am Anfang auch soweit alles gut, allerdings wurde dann eine Trage mit glühender Kohle hineingetragen. Und wäre all das nicht schon genug, nein: darauf wurde dann auch noch Spiritus o.ä. geschüttet, so dass die gesamte Vorführhalle total mit Rauch bedeckt war. Sehr viele Menschen plus wenig Luft = nicht so cool.

Sri-lankische Tanz-Show mit Trommeln & Tamburin
Lichter-Show: Artist geht über glühende Kohlen

Von der Tanzshow wollten wir nun noch den Zahntempel besichtigen. Der Überlieferung nach wird hier der linke Eckzahn des historischen Buddha als Relique aufbewahrt, weshalb er für Buddhisten eine Pilgerstädte darstellt (Wikipedia). Der Tipp der Einheimischen war es hierbei sich ihn Abends anzuschauen, wenn zeitgleich die Prozession im Tempel statt findet. Ich hatte mich extra aufgerüstet und war mit langem Rock und Schal über den Schultern unterwegs. Anders als in Thailand durften aber auch Männer hier kein Bein zeigen, weshalb Tobi sich kurzerhand ein schönes Sarong kaufte, für 600 Rupien (circa 3,85€) ein Schnapper und ab sofort Tobis Lieblings-Kleidungsstück. Da kann Home Office & Casual Friday kommen. Zu einem Eintrittspreis von stolzen 1500 Rupien durften wir uns dann den Tempel anschauen und stellten fest, dass wir nun genug Tempel in unserem Leben gesehen hatten. Zum ersten Mal hatten wir nun aber auch eine Prozession gesehen und es war schon sehr erstaunlich was Buddha so alles geopfert bekam.

Andrang zum Zahn von Buddha
Opfergaben für Buddha
Lichter anzünden für Buddha

Nachdem wir dann noch die weitere Tempelanlage begutachtet hatten machten wir uns auf den Heimweg, wo wir Abends lecker von unserem Host bzw. seiner Frau bekocht wurden. Es gab verschiedene Salate und Reis mit Linsen-Curry (Dhal-Curry). Das Essen war super lecker und wir fielen Papp-Satt später ins Bett.

Abendstimmung am Kandy Lake mit Buddha im Hintergrund
Unser Essen im Guesthouse
Hungriger Tobi

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